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Masterplan 2024: Gesamtlösung für Schulinfrastruktur und Frühe Förderung

Der Gemeinderat von Rothenburg hat am 5. Februar 2026 in seiner Sitzung den Masterplan 2024 für die Schulinfrastruktur und die Frühe Förderung endgültig festgelegt. Dieser Plan stellt einen wichtigen Baustein für die strategische Weiterentwicklung der lokalen Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur dar. Aus drei von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe sowie unabhängigen Fachexperten erarbeiteten Varianten wurde eine Lösung ausgewählt, die sowohl pädagogischen als auch wirtschaftlichen Kriterien am besten entspricht. Die Entscheidung orientierte sich an klaren Leitsätzen: optimale Nutzung der bestehenden Gebäude, ein eigenes Gebäude pro Bildungsstufe sowie eine zukunftsfähige Anpassung der Standorte an demografische und gesellschaftliche Veränderungen.

Zentral für die Ausgestaltung war die breite Abstützung in der Bevölkerung: In den Arbeits- und Echogruppen arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindekommissionen, Ortsparteien und den verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung  sowie  externe Fachexperten und Expertinnen mit.  Durch die Einbindung sollte ein breites Meinungsbild abgeholt und die Akzeptanz der Bevölkerung gestärkt werden.

Aktuelle Herausforderungen und Handlungsbedarf
Drei bestehende Gebäude – das Schulhaus Konstanz Annex, das Spieltruckli und der Kindergarten Lindauring – sind in die Jahre gekommen und müssen in den kommenden Jahren saniert werden. Die Kosten für diese notwendigen Erhaltungsarbeiten belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken. Solche Massnahmen würden den aktuellen Zustand lediglich konservieren, ohne auf veränderte pädagogische Ansprüche, moderne Lernformen oder den wachsenden Bedarf an ganztägigen Betreuungsstrukturen einzugehen.

Darüber hinaus zeigt sich im heutigen Betrieb ein klarer Raummangel und funktionaler Anpassungsbedarf: Mehrere Klassen nutzen derzeit Räume, die ursprünglich nicht als Klassenzimmer konzipiert wurden – etwa ehemalige Fachzimmer für Handarbeit oder POLARIS sowie ein Lehrpersonenzimmer. Diese Räume wurden umgenutzt und fehlen nun im Schulbetrieb. Mit dem neuen Bauprojekt kann diese Zweckentfremdung aufgehoben und eine dauerhafte, pädagogisch optimale Raumqualität geschaffen werden.

Die vom Gemeinderat vorgeschlagene Variante umfasst für insgesamt 23,7 Millionen Franken nicht nur den Ersatz der sanierungsbedürftigen Bauten, sondern auch Anpassungen an aktuelle und zukünftige Bedürfnisse. Zwar ist mittelfristig nicht mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen – die Tendenz zeigt eher eine leichte Abnahme –, doch der räumliche Bedarf wächst dennoch: Durch neue pädagogische Konzepte, flexiblere Lernräume und den Ausbau der Tagesstrukturen aufgrund der höheren Nachfrage werden mehr Raum und bessere funktionale Zusammenhänge notwendig. Ein zusätzlicher Mehrwert entsteht dadurch, dass der Kindergarten Lindauring künftig auf das Areal Konstanz verlegt wird, was Synergien in Betreuung und Betrieb schafft.

Spieltruckli
Das «Spieltruckli» soll ersetzt werden.

Vorteil durch vorausschauende Planung
Ein wesentlicher Vorteil des Masterplans besteht in seiner guten zeitlichen Abstimmung: Dank der geplanten Bauetappierung kann vollständig auf kostspielige Provisorien für Schulräume verzichtet werden. Diese sorgfältige zeitliche Koordination vermeidet Übergangslösungen, die schnell mehrere Hunderttausend Franken verursachen würden, und gewährleistet gleichzeitig einen kontinuierlichen Schulbetrieb.

Kerninhalte des Projekts
Das Projekt gliedert sich in folgende Massnahmen:

  • Erweiterung der Tagesstrukturen im Schulhaus Konstanz, um der steigenden Nachfrage an Betreuung gerecht zu werden
  • Sanierung und Umbau des Schulhauses Konstanz Annex zu modernen Kindergartenräumen, die den aufzulösenden Kindergarten Lindauring ersetzen.
  • Ersatzneubau für vier Primarklassen als Kompensationsfläche für die Erweiterung der Tagesstrukturen; funktional auf zeitgemässen Unterricht abgestimmt, inklusive flexibler Lernzonen. Ersatz der Räume aufgrund der Umnutzung vom Konstanz Annex.
  • Neubau für die Frühe Förderung auf der Chärnsmatt als zentraler Begegnungsort, der die frühe Bildung und die bestehenden Freizeitflächen (projektierter Pumptrack, Skateranlage) räumlich verbindet.

Frühe Förderung: Langfristige gesellschaftliche Wirkung
Ein wesentlicher Bestandteil des Masterplans ist die Frühe Förderung mit einem Volumen von 5,1 Millionen Franken. Zahlreiche internationale und nationale Studien belegen den Mehrwert solcher Programme: Sie fördern Chancengleichheit, verbessern schulische Leistungen und tragen langfristig zu tieferen Sozial- und Gesundheitskosten bei. Besonders Familien in herausfordernden Lebenslagen profitieren – Frühe Förderung ist somit ein wirksames Instrument gegen soziale Ungleichheit und erzielt einen positiven gesellschaftlichen Nutzen.

Verantwortungsvolle Finanzplanung
Schon in der Planungsphase hat der Gemeinderat die Kosten konsequent optimiert: Aus ursprünglich über 30 Millionen Franken wurden 23,7 Millionen Franken. Eine kleinere Lösung würde zwar kurzfristig Mittel sparen, langfristig aber höhere Folgekosten verursachen. Durch die vorausschauende Planung entfällt nicht nur der Bedarf an Provisorien, sondern es wird eine nachhaltige und generationengerechte Lösung geschaffen.

Nächste Schritte im Verfahren

  • Durchführung von Projektwettbewerben und Planwahlverfahren im Laufe des Jahres 2026.
  • Erarbeitung detaillierter Bau- und Auflageprojekte in den Jahren 2027 und 2028.
  • Einreichung von Vorlagen für Sonderkredite in den Jahren 2028 und 2030.
  • Bezug des neuen Schulhauses im Jahr 2031.
  • Bezug des umgebauten Konstanz Annex für den Kindergarten 2032.
  • Bezug der Einrichtung für Frühe Förderung auf der Chärnsmatt 2033.